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Unser Verein kann auf eine über 120 Jahre alte Geschichte zurückblicken. Folgend erfahren Sie mehr über unsere Vereinsgesichte von der Gründung bis heute.

Von der Gründung bis zum 2. Weltkrieg

Am 1.Juli 1899 wurde bei der Versammlung des Bienenzuchtvereins Gebsattel – Gunzendorf – Leutershausen – Schillingsfürst und Rothenburg o.d.T, der Anstoß zur Gründung eines Fischerei Vereins gegeben. Zu dieser Versammlung waren auch alle Freunde und Interessenten der Fischzucht und Fischerei eingeladen. Eine stattliche Zahl von 30 Fischereiinteressenten fanden sich dazu ein. Bei dieser Veranstaltung wurde Herr Adolf Herold, königl. Bezirksamtsrat aufgefordert, alle Vorbereitungen zur Gründung eines Bezirksfischerei Vereins Rothenburg o.d.T.-Schillingsfürst zu treffen. In dieser Gründungszeit wurden nun die Statuten und Satzungen ausgearbeitet und dem Kreisfischerei Verband Ansbach-Mittelfranken zur Überprüfung vorgelegt, um dann eine Aufnahme im Kreisverband zu erhalten.

Am 5. Juli 1900 wurde dann offiziell im Amtsblatt No. 81 bekannt gegeben, dass sich ein Bezirksfischerei Verein Rothenbug o.d.T. – Schillingsfürst gebildet hat.

Die erste Generalversammlung fand am 7. Juli 1900 im Hessingschen Gasthaus zu Schönbronn statt. Hierzu wurden alle Interessenten der Fischerei und Fischzucht eingeladen. Es kamen 30 Leute zusammen. Als 1. Vorstand des neuen Vereins wurde der königl. Beziksamtsrat Herr Herold gewählt. Die Mitglieder des Bezirks Fischerei Vereins waren Gutsbesitzer – Bauern – Lehrer – Gemeinden – der Fürst von Schillinsfürst, alles Leute mit eigenen Fischgewässern. Der Verein selbst konnte noch nicht über eigene Gewässer verfügen. Die Hauptaufgabe sah der Verein darin, den Mitgliedern Brut und Besatzfische zu besorgen, Kenntnisse der Aufzucht und Haltung verschiedener Fischarten zu vermitteln, beim Bau von Teichanlagen zu Rate zu stehen, sowie die richtige Befischung der Fließgewässer zu veranlassen. Zu dieser Zeit war die Tauber noch kein Forellenwasser.

Im Jahre 1901 hielt der Kreis Fischerei Verein von Mittelfranken seine Generalversammlung in Rothenburg o.d.T. ab.

1904 fand im August eine allgemeine Fischereiausstellung in Nürnberg statt. Bei dieser  Ausstellung waren auch Mitglieder unseres Vereins vertreten, so erregte der Stadtfischer Schalk mit Krebsen von außergewöhnlicher Größe Aufsehen. Diese Krebse stammten aus Seitenbächen der Altmühl, welche Herr Schalk gepachtet hatte. Herr Lehrer Hauck aus Schillingsfürst war auf der Ausstellung mit Forellenbarschen vertreten. Herr Hauck befischte die fürstlichen Gewässer von Schillingsfürst.

1907 wurde zur Erstellung einer Fischwasserkarte für Mittelfranken die von den Vereinsmitgliedern als Eigentum oder Pachtgewässer genutzten Fischwasser und Teiche dem Verband gemeldet. Dies waren: die Altmühl mit Karrach-Kreuthbach und Sulzbach, der Leimbach, Garstenfelderbach und Troisdorfergraben, die Tauber mit Wohmbach und Kirnberger Bach, die Schandtauber und der Steinbau, die Wörnitz mit dem Bräuningsbach, die Sulzach, der in die Aisch mündende Enzbach und Tiefenbach.
Zu all diesen Fließgewässern kann man sagen, dass von einer Fischzucht nicht zu sprechen war, da es sich überwiegend um Bäche in ihrem Ursprungsgebiet handelte, andererseits sehr starke Geröllverschiebungen in der Tauber und ihren Seitenbächen die Fischzucht unmöglich machten. Krebszucht wurde in dieser Zeit in der Altmühl und ihren Seitenbächen betrieben. Des weiteren finden wir in der Altmühl Weißfische, Aitel, Rotaugen, Schuggern (eine mir nicht bekannte Fischart), Hechte, Karpfen und Schleien. In der Wörnitz sind Karpfen, Schleien, Weißfische, Aale, Hechte und Rotaugen zu finden. Im Enzbach und Tiefenbach sind Krebse vorhanden. Die verschiedenen Seen- und Teichanlagen waren mit Karpfen, Schleien und Hechten besetzt. Die Tauber war kein Forellengewässer. Hier waren Weißfische, Aitel, Hechte und Kleinfische vorhanden. Bei dieser Aufstellung der Gewässer sollten wir auf einen See näher eingehen, der heute noch für unseren Verein lebenswichtig ist.

Der große und der kleine Lindleinsee sind für unseren Verein das Aufzuchtterrain für alle Vereinsgewässer. Aus Aufzeichnungen im Stadtarchiv von Rothenburg o.d.T. erfahren wir, dass der Lindleinsee -wie viele Teiche und Seen im fränkischen Raum- 1843 trocken gelegt wurde und als Weidefläche genutzt wurde.

Erst 1903 wurde dann auf Initiative von Fischer und Steinmetz Schalk, der von Schillingsfürst nach Rothenburg o.d.T. kam, der Lindleinsee wieder geflutet und zur Fischzucht von Karpfen, Schleien und Hechten genutzt. Auch die beiden Weiher in Hornau wurden wieder geflutet und von Fischer Schalk bewirtschaftet.

Eine interessante Stelle in den alten Briefen und Aufzeichnungen fand ich vom 31. Mai 1907. Hier wird in einem Schreiben vom Mittelfränkischen Fischereiverband davor gewarnt, dass die Verpachtung von kleineren Fischwasserstrecken auf kurze Zeit zu unterlassen ist. Die Pächter besetzen die Gewässer nicht, sondern fischen die Strecken leer. Heute haben wir dafür ja ein Gesetz das eine Mindestlänge von 2 km und eine Pachtdauer von 9 Jahren vorsieht.

Im Jahre 1914 hat der Verein nun schon eine stattliche Zahl von 32 ordentlichen und 37 außerordentlichen Mitgliedern. Das Vereinsvermögen betrug 500 Mark. Eine sehr ausführlich geführte Aufstellung über Vermittlung und Verkauf von Besatzfischen ist in den Unterlagen vorhanden. Die Besatzfisch Preise waren im Verhältnis zu heute schon sehr hoch.

1917 waren keine Karpfensetzlinge und auch keine Karpfenbrut zu beschaffen. In der Tauber vereinbarten die Gewässerbesitzer, dass keine Hechte mehr eingesetzt werden und die noch im Wasser befindlichen Hechte mit aller Kraft befischt werden sollen. Als Hauptfisch soll die Bachforelle eingesetzt und heimisch werden, sie gedeiht in der Tauber hervorragend. Nur ist noch kein großer Erfolg zu erkennen, solange die Hechte nicht aussortiert sind.
Es wird in den Aufzeichnungen der wirtschaftlichen schlechten Zeit über großen Diebstahl und Schwarzfischerei geklagt. Einen großen Schaden verursachen auch die Enten! Wir sehen, unsere Vorfahren hatten die selben Probleme mit denen wir auch heute noch zu kämpfen haben.

Ein weiterer Meilenstein findet im Jahre 1919 für unseren Verein seinen Anfang. Um eine entsprechende Vertretung zu haben gründet sich eine Interessengruppe mit den Namen „Tauber-Fischereigenossenschaft“. Des weiteren bildet sich eine Abteilung, welche die Interessen der Teichwirte vertritt. Diese Gruppe wird Mitglied in der Vereinigung bayerischer Teichwirte. Ziel und Zweck dieser Vereinigung ist die Regelung aller wirtschaftlicher und beruflicher Interessen der bayerischen Teichwirte, Beschaffung von Besatz und Futtermitteln sowie aller Gerätschaften.

1919 verstarb der 1. Vorsitzende Herr Adolf Herold, und danach ruhte das gesamte Vereinsleben.

Erst in einem Brief vom 3. April 1922 vom Kreisfischerei Sachverständigen für Mittelfranken aus Nürnberg geht hervor, dass der Bezirksfischereiverein Rothenburg o.d.T. – Schilligsfürst seine Tätigkeit wieder aufnehmen soll und ein Zusammenschluss von Bezirksfischerei Verein und Tauberfischereigenossenschaft empfohlen wird. Dieser Zusammenschluss kam zustande. Unter dem alten Vereinsnamen Bezirksfischerei Verein Rothenburg o.d.T. wählte man nun Herrn Heinrich Burkard zu seinem 1. Vorsitzenden. Über die Arbeit des neuen Vereins liegen leider für eine lange Zeit keine Aufzeichnungen vor.

Nach dem zweiten Weltkrieg bis 1965

Erste Aufzeichnungen beginnen wieder nach dem Kriege und zwar vom 10. April 1948. Hier wurde der Bezirksfischereiverein Rothenburg o.d.T. neu konstituiert und begann wieder zu leben.

Zur 1. Generalversammlung waren 95 Personen eingeladen, von denen 32 erschienen sind. Die Versammlung war sich einig darüber, den Verein für Stadt und Land wieder tätig werden zu lassen. Man gliederte sich in zwei Gruppen und zwar den Teil für die Sportfischer und den Interessenteil der Teichwirte. Die Statuten und Satzungen des alten Bezirksfischerei Verein wurden mit einigen Änderungen übernommen. Bei der Wahl zur Führung des Vereins wurde der bisherige 1. Vorstand, Herr Heinrich Burkard wieder gewählt. Als 2. Vorstand wurde Herr Alfred Holstein ins Amt berufen.

In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg, in der Zeit des Wiederaufbaues änderte sich auch die Freizeitgestaltung der Bevölkerung. Man suchte nach Möglichkeiten um sich von den Alltagssorgen abzulenken und sich zu erholen. Das heutige Überangebot an Unterhaltung – Fernsehen – Reisen und anderes mehr, war nicht vorhanden. So kamen auch immer mehr Leute auf den Geschmack der Fischerei. Da wir aber in unserer Region verhältnismäßig wenige Gewässer haben, war es für den Einzelnen sehr schwer, eine Fischereiberechtigung zu finden. Unser kleiner Verein hatte selbst noch keine eigenen Gewässer. Alle Fischereiinteressenten und Angler mussten versuchen, irgendwo bei einem Wasserbesitzer die Möglichkeit zu bekommen, ihre Angel auswerfen zu dürfen. Zwischenzeitlich gab es aus Altersgründen einen Wechsel in der Vorstandschaft. Herr Kaminkehrermeister Georg Schneider übernahm die Leitung des Vereins und führte diesen zu einem neuen Meilenstein in der Geschichte unseres Fischerei Vereins.

Am 3. März 1962 beschloss die damalige Vorstandschaft des Gesamtvereins, die Trennung der Teichwirte von den Sportfischern zu vollziehen. Der Bezirksfischerei Verein hatte zu der Zeit 101 Mitglieder. Davon waren es 50 Teichwirte und 42 Sportfischer und 9 Mitglieder, die beiden Abteilungen angehörten. Mit der Trennung des Vereins ging der alte Name des „Bezirksfischerei Verein Rothenburg o.d.T.” an die Sportfischer über. Das damalige Vereinsvermögen wurde geteilt. Bitte lassen sie sich das Startkapital gut durch den Kopf gehen, es waren 49 Mark und 31 Pfennig. 14 Tage nach der offiziellen Trennung der beiden Interessensgruppen im Bezirksfischerei Verein, fand die Generalversammlung der Sportfischer statt, diese war in der Glocke und wurde von 30 Mitgliedern besucht. Bei der Wahl des 1. Vorsitzenden wurde Herr Hans Pfisterer als neuer Vorstand gewählt. Walter Lorenz als 2. Vorstand, Hans Stichler als Schriftführer, Horst Falge als Kassier und Karl Acker als Wasserwart, sowie Hermann Kleinschroth und Reinhard Schliwa als Beisitzer gewählt.
Nun hatten wir Sportfischer und Angler was wir wollten, einen eigenen Verein, doch eigene Vereinsgewässer für die Mitglieder gab es noch nicht. Dies sollte sich aber bald ändern. Die gesamte neue Vorstandschaft war bemüht, Fischwasser für den Verein zu finden und zu pachten. Der Erfolg sollte sich bald einstellen. Als erstes Vereinsgewässer wurde ein Stück Tauber bei Detwang sowie der Clonsbach bei Leutershausen für den Verein gepachtet. Es kamen weitere Stücke der Tauber an der Stegmühle, die Schandtauber, der Steinbach, der Hohbach und weitere Tauberstücke bei Detwang und Tauberzell sowie der kleine Karrachsee dazu. Gerne denken wir noch an die damalige Zeit zurück, die Fischer waren ein festverankerter Freundeskreis, der viele schöne Stunden an den Gewässern verbrachte. Auch im Feiern waren wir an unseren Stammtischen im Schlachthof, im goldenen Faß oder beim Venus immer zahlreich beisammen. Viele kapitale Fische aus der Altmühl uni Wörnitz wurden gemeinschaftlich verspeist. Faschingsbälle aus dieser Zeit waren immer ein großer Erfolg und die Räumlichkeiten bei Wagenländer immer überfüllt. Die Geselligkeit in unserem Verein war einfach Spitze.

Mitte der 60er Jahre wurde die Einführung der Fischerprüfung vom Gesetzgeber geführt. Anfangs geschah dies auf freiwilliger Basis. Unsere Vereinsmitglieder legt diese Prüfung geschlossen ab. Herr Karl Acker und Herr Fritz Bunz waren zu vorbereiteten Lehrgängen in Starnberg auf der bayerischen Fischereischule. In mehrwöchigen Schulungsabenden übermittelten sie uns dann die erforderlichen Kenntnisse.

Die erste Sportfischerprüfung fand dann am 6. Februar 1965 bei uns in Rothenburg ob der Tauber statt. Als Prüfer waren anwesend Herr Fischereirat Dr. Maier aus Nürnberg, der Vorstand des nordbayerischen Fischerei Verbandes Herr Dobmeier und Dr. Rebronn, der Leiter der bayerischen Fischerei Schule aus Starnberg. Gut vorbereitet waren wir alle, und konnten am Schluß der schriftlichen Prüfung mit Freude den staatlichen Fischereischein entgegen nehmen.
Schon im darauf folgenden Jahr wurde die Fischerprüfung Pflicht. Sie steht heute in ihren Anforderungen und Schwierigkeiten der Jägerprüfung nicht mehr nach.

bis heute

1966 wurde Herr Karl Acker neuer Vorstand unseres Vereins. In seiner Zeit wurde der Grundstein unserer Neusitzer Seenanlage gelegt.

Im Herbst 1968 wurde der erste und der zweite See gebaut. Am 28. März 1969 lag der Bauplan für unser erstes Fischerheim vor. Im Sommer wurde unser Holzhaus bezugsfertig und eingeweiht. Aus gesundheitlichen Gründen musste Herr Karl Acker sein Amt als Vorsitzender aufgeben. Kommissarisch übernahm der Ideengeber für die Seenanlage, Herr Hans Pfisterer das Amt des Vorstandes, bis Herr Fritz Bunz offiziell als erster Vorsitzender gewählt wurde.

Samstag, der 3. Juni 1972 war ein schwarzer Vormittag für uns Fischer. Durch eine Explosion einer Gasflasche brannte unser Fischerheim ab. So mancher Fischer stand an diesem Vormittag mit Tränen in den Augen vor dem Aschenhaufen. Doch was wirkliche Kameradschaft und Zusammenhalt ist, bewies sich hier. Noch am selben Nachmittag wurde die Brandfläche ab- und aufgeräumt. In der darauf folgenden Woche wurde der Grund ausgehoben und das Fundament für ein neues Heim betoniert. Noch in der selben Woche war der neue Plan genehmigt. Vier Wochen später stand das neue Heim, diesmal gemauert fertig da. Was in der großen Euphorie damals auch aus Geldmangel nicht gebaut wurde, ein Keller. Dieser wurde einige Jahre später mühsam und unter beschwerten Bedingungen gebaut. Heute haben wir ein komfortables Fischerheim mit Kellerräumen, Küche, Terrasse und Futtermittelanbau sowie Toiletten. Ein regelmäßiges Treffen der Mitglieder in unserem Heim wird gut angenommen. Die Bewirtschaftung wird abwechselnd von den Vereinsmitgliedern besorgt. Das traditionelle Sommerfest der Fischer im Juli jedes Jahres ist zu einem Großereignis für Stadt und Land geworden. Frisch geräucherte Forellen und Grillspezialitäten, sowie am Abend eine festliche Kerzenbeleuchtung der Seenanlage ziehen immer viele Gäste an.

1973 kehrte nach seiner Pensionierung unser 1. Vorstand Herr Fritz Bunz in seine Heimat nach Treuchtlingen zurück. Von da an übernahm Herr Xaver Schmid das Amt des 1. Vorsitzenden. Die Rührigkeit in der Vorstandschaft war zu allen Zeiten groß, um dem Verein eigene Gewässer zu beschaffen.

Mitte August 1973 begann der Bau des dritten und vierten Neusitzer Sees. Diese konnten noch vor Wintereinbruch fertig gestellt werden. Bei dieser Gelegenheit muss dem Wasserwirtschaftsamt von Mittelfranken für die große Unterstützung bei Planung und Ausführung, auch bereits beim ersten Bauabschnitt von See eins und zwei, gedankt werden. Ohne Hilfe wäre dieses Projekt nicht entstanden und auch nicht finanzierbar gewesen. Ebenso gebührt der Stadt Rothenburg o.d.T., dem damaligen Oberbürgermeister Herrn Alfred Ledertheil und dem gesamten Stadtrat für die Überlassung des Geländes bei Neusitz großer Dank. Nach Fertigstellung der gesamten Anlage fand eine große Einweihungsfeier mit einem „Prominenten-Fischen” statt. Bei dieser Veranstaltung waren vom Oberbürgermeister, Landrat, Abgeordnete aus Kreis- und Landtag, Stadträte und Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft vertreten. Sie machten sich ein Bild von der gelungenen Seenanlage. Diese wurde von allen Seiten hoch gelobt.

1983 wurde dann in einem dritten Bauabschnitt der fünfte See gebaut. Leider wurde die Größe der Seenfläche um 50% vom Wasserwirtschaftsamt reduziert. Ausschlag für diese Verkleinerung war der Dammbruch am Rhein- Main- Donau¬kanal bei Katzwang. Nach Fertigstellung der Seenanlage und einer finanziellen Erholungspause der Vereinskasse, konnte in den Jahren von 1992 bis 1994 der Kauf von Grundstücken und der Bau des Mühlweihers bei Windelsbach in Angriff genommen werden. Des weiteren konnte der Verein den Kauf von verschiedenen Taubergewässern bei Hohbach und Tauberscheckenbach verwirklichen. Der Fischereiverein ist heute in der glücklichen Lage, eigene Forellengewässer zu besitzen. Ein weiterer Meilenstein war die Anpachtung des großen und kleinen Lindleinsees von der Stadt Rothenburg o.d.T. Diese Seenanlage wird als Aufzuchtgewässer für unsere gesamte anderen Vereinsgewässer genutzt. Bei der Bewirtschaftung dieser Seen wurden uns sehr strenge Auflagen von Seiten des Natur- und Vogelschutzbundes auferlegt, die von unserer Seite mehr als gefordert erfüllt werden. Dies wurde 1989 mit dem Naturschutzpreis gewürdigt.

Dass unsere Bemühungen nicht müde werden, um weitere Gewässer dem Verein zuzuführen, bewies die Vorstandschaft in jüngster Zeit durch den Ankauf des Nonnenweihers bei Windelsbach. Hier ist ein Ausbau und eine Vergrößerung der Wasserfläche möglich.
Nicht unerwähnt darf die Jugendarbeit in unserem Verein bleiben. Seit vielen Jahren besteht eine Jugendgruppe, die von erfahrenen Fischern betreut wird. Regelmäßige Schulungen und praktische Ausbildung an den Gewässern stehen hier auf dem Programm. Eine sehr rege Teilnahme an der Gewässerpflege ist für unseren Nachwuchs selbstverständlich. Auch zu anderen Fischerei Vereinen wurden enge Freundschaften aufgebaut. Dies begann in den 70er Jahren mit den Schwäbisch Hallern mit ihrem Vorstand Herrn Strecker. Später kamen Crailsheim, Dinkelsbühl, Gunzenhau¬sen, Feuchtwangen, Herrieden und andere dazu. Dass wir in unserem Verein immer mit der Natur in großem Einklang stehen muß sicher nicht hervor gehoben werden. Fischer haben schon lange vor der Verschmutzung unserer Gewässer gewarnt. Durch kräftige Nachzucht und Aufzucht von verschiedenen Wasserbewohnern sorgen wir für den nötigen Besatz. Sicher würde heute so manche Fischart nicht mehr vorkommen, denn die natürlichen Voraussetzungen sind nicht mehr gegeben.

1996 mußte Herr Xaver Schmid aus gesundheitlichem Grund das Amt des ersten Vorsitzenden aufgeben. Neuer 1. Vorstand wurde Herr Heiner Bilderl. Nach zwei jähriger Amtszeit übernahm 1998 Herr Gustav Knorr den 1.Vorsitz des Bezirks Fischerei Verein Rothenburg ob der Tauber. Der Bezirksfischerei Verein hat in seinem 100-jährigen Bestehen viel Positives geleistet, vielen Sportfischern eine Angelmöglichkeit geschaffen, Teichwirte bei ihrer Arbeit unterstützt, viele Höhen und Tiefen im Vereinsleben gemeistert und ist weiter bemüht uns allen eine schöne gesunde Natur zu erhalten. Unsere Jugendabteilung gibt uns dazu große Hoffnung.